Das Festival du Haut-Var macht vor dem Abschlusskonzert für einen Abend Halt an der Küste und bietet in der Stadt Ollioules einen Einblick in sein Repertoire. Zu hören sind Werke aus den vier Konzerten des Festivals, bei denen das Trio in vielen verschiedenen Besetzungen auftritt.
Zunächst einmal vereint Mozarts „Trio des Quilles“ die Klänge von Klarinette, Bratsche und Klavier mit einer Leichtigkeit und Fröhlichkeit, die von einer Melancholie durchzogen ist, wie sie nur Mozart vermitteln kann. Der Komponist soll sich zu diesem Werk von einer Partie Kegeln inspirieren lassen haben, was diesem innovativen Trio seinen Namen gibt.
Das Programm setzt sich mit einem Streichtrio fort, einer Besetzung, die leider allzu oft vom Streichquartett in den Schatten gestellt wird. Dieses Werk, das noch aus Franz Schuberts sehr klassischer Schaffensphase stammt, ist unvollendet, ebenso wie die bekannte Sinfonie des österreichischen Komponisten. In nur zwei Sätzen gelingt es Schubert, seine gesamte Bandbreite an Emotionen auszudrücken, von Freude und Leichtigkeit bis hin zu aufkeimender romantischer Qual, bevor das Werk mit einem erhabenen, aber allzu kurzen, langsamen Satz von einhüllender Sanftheit endet.
Zum Abschluss dieses Abends in Ollioules werden Klarinette und Klavier diesmal von einem Cello begleitet, um das bekannte Trio von Johannes Brahms aufzuführen. Dieses Werk schrieb der deutsche Komponist ganz am Ende seines Lebens, als er beschlossen hatte, nicht mehr zu komponieren. Seine Begegnung mit dem virtuosen Klarinettisten Richard Mühlfeld veranlasste ihn, seine Entscheidung zu überdenken, und zu unserer großen Freude kehrte er zum Komponieren zurück und schuf mehrere Meisterwerke für die Klarinette: zwei Sonaten, ein Quintett und dieses Trio.
Kegelstatt Trio für Klarinette, Bratsche und Klavier in Es-Dur, K498
Streichtrio in B-Dur, D471
Trio für Klarinette, Cello und Klavier in A minor, Op. 114